Laffer-Kurve: Warum höhere Steuersätze nicht automatisch höhere Einnahmen bedeuten

Illustration der Laffer-Kurve und des Zusammenhangs zwischen Steuersatz, Wirtschaftsleistung und Steueraufkommen

Die Laffer-Kurve wird in steuerpolitischen Debatten häufig als Schlagwort verwendet. Ihre Kernaussage ist zunächst banal: Bei einem Steuersatz von null erzielt der Staat keine Einnahmen. Bei einer hypothetischen Belastung von 100 Prozent würden wirtschaftliche Aktivität und deklarierte Steuerbasis stark reagieren. Dazwischen liegt ein Bereich, in dem Steuersätze und Einnahmen miteinander zusammenhängen.

Die Kurve liefert keinen einfachen optimalen Steuersatz

Aus der Laffer-Kurve lässt sich nicht seriös ableiten, dass ein bestimmter Steuersatz – etwa 30, 40 oder 50 Prozent – automatisch optimal wäre. Menschen und Unternehmen reagieren unterschiedlich auf Steuern. Arbeitsangebot, Investitionen, Standortwahl, Rechtsform, Finanzierung und Steuerplanung spielen eine Rolle.

Österreich hat bei Arbeit eine hohe Abgabenbelastung

Die OECD weist für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener ohne Kinder in Österreich für 2025 einen Tax Wedge von 47,1 Prozent aus. Damit lag Österreich auf Rang vier unter den 38 OECD-Mitgliedstaaten; der OECD-Durchschnitt betrug 35,1 Prozent. Der Tax Wedge umfasst Einkommensteuer sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung im Verhältnis zu den gesamten Arbeitskosten.

Warum das für Standortpolitik wichtig ist

Eine hohe Belastung bedeutet nicht automatisch, dass jede Steuersenkung ihre Kosten vollständig selbst finanziert. Sie erhöht aber die Bedeutung von Anreizen. Bei zusätzlichen Arbeitsstunden, qualifizierten Fachkräften, Investitionen oder unternehmerischem Risiko zählt nicht nur der durchschnittliche, sondern auch der marginale Ertrag nach Steuern und Abgaben.

  • Steueraufkommen hängt von Steuersatz und Steuerbasis ab.
  • Verhaltensänderungen können die Steuerbasis vergrößern oder verkleinern.
  • Bei Arbeit sollte die gesamte Belastung einschließlich Sozialabgaben betrachtet werden.
  • Steuerreformen sollten Finanzierung, Wachstum und Verteilungswirkung gemeinsam bewerten.

Steuersätze kann man erhöhen. Die Steuerbasis lässt sich aber nicht per Gesetz verordnen.

Infografik zu Körperschaftsteuer, Lohn- und Einkommensteuer sowie Wirtschaftswachstum in Österreich
Historische Beispiele zeigen: Steueraufkommen hängt nicht nur vom nominellen Steuersatz ab.

Quellen und weiterführende Informationen

Stand: 26. Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche, rechtliche oder wirtschaftliche Beratung.